Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: 7 Schritte
Wie du deine Website erneuerst, ohne Google-Platzierungen und Anfragen zu verlieren: Adressen sichern, 301-Weiterleitungen, Sitemap, Search Console.

Kurz gesagt
Damit deine neue Website ihre Google-Platzierungen behält, sammelst du vor dem Start alle Adressen der alten Seite und leitest jede davon dauerhaft (301 oder 308) auf die passende neue Seite um. Danach reichst du die neue Sitemap in der Google Search Console ein und lässt die Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen. Google braucht bei kleinen Websites meist einige Wochen, bis alle neuen Adressen erfasst sind.
- Vor dem Relaunch eine Liste aller alten Adressen anlegen
- Jede alte Adresse per 301 direkt auf die passende neue Seite leiten
- Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen lassen
- Neue Sitemap in der Search Console einreichen und Fehler beobachten
Warum ein Relaunch Google-Platzierungen kosten kann
Google kennt deine Website über ihre Adressen. Jede Unterseite, etwa deine-firma.de/leistungen/badsanierung, hat über die Jahre Links, Klicks und Vertrauen gesammelt. Baust du die Seite neu und die Adressen ändern sich, landen Besucher und der Googlebot auf einer Fehlerseite. Was die alte Adresse an Wert gesammelt hat, kommt dann nicht bei der neuen an.
Das passiert öfter, als man denkt: Ein neues System benennt Seiten anders, aus /kontakt.html wird /kontakt, aus drei Leistungsseiten wird eine. Für dich sieht alles besser aus, für Google ist es eine neue Website mit lauter verschwundenen Seiten. Die gute Nachricht: Mit Weiterleitungen lässt sich das vollständig auffangen. Laut Google haben dauerhafte Weiterleitungen keine negativen Auswirkungen auf den PageRank, also den Wert, den eine Seite über Links bekommt.
Ein Relaunch lohnt sich trotzdem fast immer. Wenn ein Großteil deiner Besucher mit dem Handy kommt und die alte Seite dort nur verkleinert angezeigt wird, verlierst du ohnehin Anfragen. Es geht also nicht darum, ob du erneuerst, sondern wie du es machst, damit Google mitzieht.
Die Checkliste: 7 Schritte für einen sauberen Relaunch
Die Schritte folgen der offiziellen Anleitung von Google Search Central zum Umzug von Websites, übersetzt auf die Lage eines kleinen Betriebs mit 5 bis 50 Unterseiten.
Alte Adressen sichern
Lege eine Liste aller Adressen der alten Website an. Quellen dafür sind die alte Sitemap, die Search Console und dein Website-System. Vergiss PDFs und Bilder nicht, auch die können Besucher bringen.
Neue Adressen zuordnen
Schreib neben jede alte Adresse die neue Seite mit dem passenden Inhalt. Aus der alten Leistungsseite wird die neue Leistungsseite, nicht pauschal die Startseite.
Neue Seite vorbereiten
Jede neue Seite verweist mit dem Canonical-Tag auf sich selbst. Interne Links zeigen direkt auf die neuen Adressen. Eine Sperre per noindex oder robots.txt aus der Testphase muss vor dem Start weg.
Weiterleitungen einrichten
Leite jede alte Adresse serverseitig und dauerhaft (301 oder 308) auf ihre neue Adresse. Seiten, die es nicht mehr gibt, liefern den Status 404 oder 410.
Weiterleitungen testen
Ruf die wichtigsten alten Adressen von Hand auf. Jede muss in einem Schritt auf der richtigen neuen Seite landen, ohne Umweg über eine zweite Weiterleitung.
Sitemap einreichen
Reiche die neue Sitemap in der Google Search Console ein. Damit lernt Google die neuen Adressen schneller kennen.
Wochen danach beobachten
Schau in der Search Console nach Fehlern vom Typ Nicht gefunden und vergleiche Klicks und Anfragen mit der Zeit vor dem Relaunch.
Welche Weiterleitung ist die richtige?
Weiterleitungen unterscheiden sich durch eine dreistellige Nummer, den Statuscode. Für einen Relaunch brauchst du fast nur die dauerhaften. Google empfiehlt ausdrücklich serverseitige, dauerhafte Weiterleitungen wie 301 und 308, wenn sie technisch möglich sind. Eine Weiterleitung per JavaScript im Browser ist nur die letzte Option.
| Statuscode | Bedeutung | Beim Relaunch einsetzen? |
|---|---|---|
| 301 | Seite ist dauerhaft umgezogen | Ja, der Standard für alte Adressen |
| 308 | Dauerhaft umgezogen, Anfrageart bleibt gleich | Ja, gleichwertig zu 301 |
| 302 / 307 | Nur vorübergehend umgezogen | Nein, nur für echte Übergangslösungen |
| 404 | Seite nicht gefunden | Für Inhalte, die es nicht mehr gibt |
| 410 | Seite dauerhaft entfernt | Für Inhalte, die bewusst gelöscht wurden |
Wichtig ist auch, dass Weiterleitungen nicht hintereinander hängen. Der Googlebot folgt zwar bis zu 10 Weiterleitungen in einer Kette, Google empfiehlt aber, direkt zum endgültigen Ziel zu leiten. Jede Zwischenstation kostet Besucher Ladezeit. Ein typischer Fall: Die alte Seite leitet erst von http auf https und dann noch einmal auf die neue Adresse. Besser ist eine Regel, die sofort am Ziel ankommt.
Was nach dem Start passiert
Nach dem Start crawlt Google deine Website eine Zeit lang stärker als sonst, weil alle Aufrufe der alten Adressen bei den neuen ankommen. Die Platzierungen können dabei schwanken. Google schreibt dazu, dass es bei kleinen bis mittelgroßen Websites meist einige Wochen dauert, bis die meisten Seiten umgezogen sind. Das ist normal und kein Grund, nervös zu werden.

In der Search Console siehst du, wie die Zahl der erfassten Seiten unter der alten Sitemap sinkt und unter der neuen steigt. Warnungen zu Weiterleitungen in der alten Sitemap sind in dieser Phase laut Google normal. Achte dagegen auf neue Fehler vom Typ Nicht gefunden: Sie zeigen fast immer eine vergessene oder falsch gesetzte Weiterleitung.
Relaunch ohne Plan
- Alte Adressen landen auf einer Fehlerseite
- Alle Weiterleitungen zeigen auf die Startseite
- Testsperre noindex bleibt aus Versehen aktiv
- Niemand schaut in die Search Console
Relaunch mit Checkliste
- Jede alte Adresse hat ein neues Ziel
- Weiterleitungen dauerhaft und direkt (301)
- Neue Sitemap ist eingereicht
- Fehler fallen in den ersten Tagen auf
Behalte die Weiterleitungen danach möglichst lange, laut Google mindestens ein Jahr. In dieser Zeit überträgt Google alle Signale auf die neuen Adressen, auch Links von anderen Websites. Aktualisiere parallel die Links, die du selbst in der Hand hast: dein Google-Unternehmensprofil, Social-Media-Profile, Branchenbücher und die Signatur deiner E-Mails.
Was das für kleine Betriebe heißt
Für eine Website mit einer Handvoll Seiten ist der Aufwand überschaubar. Die Liste der Adressen passt meist auf eine Seite, und gängige Website-Systeme bieten eine Einstellung für Weiterleitungen. Teuer wird ein Relaunch erst, wenn dieser Schritt vergessen wird und die Anfragen über Google einbrechen. Was eine neue Website insgesamt kostet, haben wir im Ratgeber Was kostet eine neue Website 2026? zusammengestellt.
- Liste aller alten Adressen liegt vor
- Jede Adresse hat ein passendes neues Ziel
- Weiterleitungen sind dauerhaft (301 oder 308) und direkt
- noindex und robots.txt-Sperren aus der Testphase sind entfernt
- Neue Sitemap ist in der Search Console eingereicht
- Profile und Einträge auf anderen Seiten zeigen auf die neuen Adressen
Häufige Fragen
Verliere ich durch einen Website-Relaunch meine Google-Platzierungen?
Nicht, wenn jede alte Adresse per dauerhafter Weiterleitung (301 oder 308) auf die passende neue Seite zeigt. Laut Google schaden dauerhafte Weiterleitungen dem PageRank nicht. Vorübergehende Schwankungen in den ersten Wochen sind normal.
Wie lange dauert es, bis Google die neue Website erfasst hat?
Bei kleinen bis mittelgroßen Websites dauert es laut Google meist einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind. Eine eingereichte Sitemap in der Search Console hilft, den Vorgang zu beschleunigen.
Wie lange müssen die Weiterleitungen bestehen bleiben?
Google empfiehlt, Weiterleitungen möglichst lange beizubehalten, mindestens aber ein Jahr. In dieser Zeit überträgt Google die Signale der alten Adressen, auch Links anderer Websites, auf die neuen.
Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302?
301 bedeutet, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist. 302 bedeutet nur einen vorübergehenden Umzug. Für einen Relaunch nimmst du 301 oder das gleichwertige 308, damit Google die neue Adresse als dauerhaften Ersatz übernimmt.
Brauche ich für einen Relaunch die Google Search Console?
Sie ist kostenlos und das beste Werkzeug, um einen Relaunch zu begleiten. Dort reichst du die neue Sitemap ein, siehst Fehler bei nicht gefundenen Seiten und verfolgst, wie Klicks auf die neuen Adressen übergehen.
Quellen
- Google Search Central, Website migrieren (Website-Umzug mit URL-Änderungen), aktualisiert am 9. September 2026. developers.google.com, abgerufen am 1. Oktober 2026
- Google Search Central, Weiterleitungen und die Google Suche. developers.google.com, abgerufen am 1. Oktober 2026
- StatCounter, Desktop vs Mobile vs Tablet Market Share Germany, September 2026. gs.statcounter.com, abgerufen am 1. Oktober 2026
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